Zum Inhalt springen
Misurvoudrae

Aussprache verbessern: die häufigsten Stolpersteine für Deutschsprachige

Die meisten Ausspracheprobleme Deutschsprachiger lassen sich auf wenige Laute und Muster zurückführen. Wer sie kennt, kann gezielt üben.

Mann telefoniert am Fenster neben seinem Laptop

1. Das „th“

Das englische „th“ gibt es im Deutschen nicht. Viele sprechen es wie „s“ oder „d“ aus – dann wird aus think schnell sink. Legen Sie die Zungenspitze leicht zwischen die Zähne und lassen Sie Luft entweichen. Es gibt eine stimmlose Variante (think, three, month) und eine stimmhafte (this, mother, weather).

Übung: Sprechen Sie langsam Wortpaare wie sink – think, dare – there, mouse – mouth. Nehmen Sie sich dabei mit dem Smartphone auf und hören Sie den Unterschied.

2. W und V

Das deutsche „w“ entspricht dem englischen „v“. Das englische „w“ dagegen wird mit gerundeten Lippen gebildet, fast wie ein kurzes „u“. Deshalb klingt wine bei Deutschsprachigen oft wie vine.

Übung: Spitzen Sie für das „w“ die Lippen, als wollten Sie pfeifen, und öffnen Sie sie dann. Vergleichen Sie west – vest, wet – vet, while – vile.

3. Stimmhafte Endungen

Im Deutschen werden Konsonanten am Wortende stimmlos gesprochen: „Hund“ klingt wie „Hunt“. Im Englischen verändert das die Bedeutung. Bed und bet, bag und back, prize und price sind verschiedene Wörter.

Ein hilfreicher Trick: Der Vokal vor einem stimmhaften Endkonsonanten wird etwas länger gesprochen. Achten Sie also weniger auf den letzten Laut als auf die Länge davor.

4. Wort- und Satzbetonung

Falsch betonte Wörter sind oft schwerer zu verstehen als einzelne falsche Laute. Viele Wörter ändern sogar ihre Betonung je nach Wortart: a PREsent (ein Geschenk) und to preSENT (präsentieren). Auch im Satz gilt: Englisch betont die inhaltlich wichtigen Wörter und spricht kleine Wörter wie to, for, a, the sehr kurz.

  • PHOtograph – phoTOgrapher – photoGRAphic
  • DEvelop ist falsch – richtig ist deVElop
  • I want to GO to the STAtion. – „to“ und „the“ werden kaum hörbar

5. Eine Übungsroutine, die funktioniert

Aussprache verbessert sich durch regelmässiges, kurzes Training mehr als durch seltene lange Einheiten. Eine einfache Routine für zehn Minuten am Tag:

  1. Hören: Wählen Sie einen kurzen Ausschnitt aus einem Podcast oder einer Serie (30 Sekunden).
  2. Nachsprechen: Sprechen Sie den Ausschnitt Satz für Satz nach, möglichst mit derselben Melodie („Shadowing“).
  3. Aufnehmen: Nehmen Sie sich auf und vergleichen Sie mit dem Original.
  4. Ein Laut pro Woche: Konzentrieren Sie sich jeweils auf einen Stolperstein aus diesem Artikel.

Gut zu wissen: Ziel ist nicht ein „perfekter“ britischer oder amerikanischer Akzent, sondern dass man Sie mühelos versteht. Ein leichter Schweizer oder deutscher Akzent ist völlig in Ordnung.